The Developer’s Dystopian Future

I find myself more and more concerned about my future as a developer.
[…]
My tolerance for learning curves grows smaller every day. New technologies, once exciting for the sake of newness, now seem like hassles. I’m less and less tolerant of hokey marketing filled with superlatives. I value stability and clarity.

von Ed Finkler, via Marco Arment

Das ist der Grund, wieso ich trotz aller gerümpfter Nasen bei PHP bleibe – damit kenne ich mich am Besten aus und bin (in Kombination mit ein bisschen HTML, CSS und JavaScript) bis heute noch nicht eine Grenze des Machbaren gekommen.

Trotzdem mache ich mir immer wieder Gedanken darüber, wo ich in fünf oder zehn Jahren stehen werde. Bin ich dann immer noch Entwickler? Gibt es dann das Web, wie wir es heute kennen, überhaupt noch? Werde ich nicht nur älter, sondern auch immer veralteter werden? Und was dann?

Ich frage mich, ob ich den neuen Technologien deswegen so non-euphorisch begegne, weil ich keine Notwendigkeit sehe, mich näher mit ihnen zu beschäftigen. Möglicherweise bin ich pragmatisch und bleibe in den Gefilden, in denen ich mich auskenne. Bestimmt blitzt Trotz durch, wenn jemand mit mir eine Diskussion anzetteln will, wieso jemandes Programmiersprache besser/eleganter/schöner/performanter ist als meine12. Und ganz bestimmt sogar bin ich ein Gewohnheitstier, und stehe Neuem zwar aufgeschlossen, interessiert und tolerant gegenüber – aber nicht genug, dass ich von der Sicherheit des mir Vertrauten auch nur ein Stückchen abgeben würde.

In meinem aktuellen Projekt habe ich bisher noch keine Zeile Code geschrieben und beschäftige mich stattdessen mit Anforderungen, Prozessen und der Ermittlung von geeigneten Werkzeugen. Das ist neu, ich lerne viel und wenn es mir zwischendurch mal zu viel wird, suche ich Trost in der implode()-Funktion. Ich mag PHP!


  1. Diese Aussagen habe ich in genau diesem Wortlaut schon oft gehört. Meiner Meinung nach kann man in jeder Programmiersprache guten, eleganten, schönen Code schreiben, und mehr trage ich zu solchen Diskussionen auch nicht mehr bei, durch die eh noch nie jemand bekehrt worden ist. 
  2. Schöner Satz hierzu auch auf Reddit: “(a lot of) programmers are elitists, bandwagon-lovers, or just trying to fit in; PHP is an easy target […]“ 
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Coder’s High

The closest description of something like coder’s high from a noncoder I ever heard was from a chess player. He described how, in his most lucid moments of concentration, he could suddenly see the entire game laid out before him in his mind, all the possibilities for strategies and many of their upsides and downsides. It was beyond just a mental picture or movie, since it had more information than could be represented in any linear way.

via kottge.org

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Der erste Eintrag (schon wieder)

Vor 13 Jahren hatte ich bereits ein Blog. Meine Eltern waren kurz zuvor in die Karibik ausgewandert, ich war durch meine Ausbildung 60km von Heimat und Freunden im malerischen Städtchen Saarburg gestrandet, und ich brauchte einen Kanal, durch den ich die Dinge, die mir wichtig waren, nach Außen tragen konnte.

Damals war das Internet noch Neuland für mich und ich habe alles ungefiltert veröffentlicht, was mir am Tag passiert und durch den Kopf gegangen ist, meistens noch während es geschehen ist. Ohne es zu wissen, hatte ich den Begriff des Emo entscheidend mitgeprägt.

Durch meine Website, die ich auch noch durch eine sporadische Live-Webcam, ein Forum und Seiten wie z.B. “Meine schönsten selbstgeschriebenen Gedichte” oder “Die 100 Gesichter von Jérôme” (ja, dort konnte man 100 Webcam-Selfies von mir sehen) erweitert habe, habe ich fast ausnahmslos wunderbare Bekanntschaften geschlossen, aus denen zweieinhalb Beziehungen und Freundschaften entstanden sind, die teilweise bis heute anhalten. Eine aufregende, verrückte Zeit war das.

Mittlerweile sind mir diese und die meisten darauf folgenden Seiten so peinlich, dass ich alle meine alten Domains teils teuer aufgekauft habe, um die Internet Wayback Machine davon abhalten zu können, meine Jugendsünden öffentlich zugänglich zu machen. Ich bereue sie zwar nicht, aber ich glaube, es ist nicht nötig, dass die Menschen, die sich für mich interessieren, minutiös nachverfolgen müssen, wie ich zu dem Menschen geworden bin, der heute vor ihnen steht.

Meine späteren Versuche, ein neues Journal zu starten, sind stets im Sand verlaufen. Meistens gab es einen Eröffnungsartikel, einen Artikel über ein Programmier-Thema und ein Katzen-Video, und dann haben mich meine Gedanken über Sinn und Nutzen einer eigenen Website eingeholt:

  • Das hat’s doch alles schon gegeben.
  • Meine Schreibe ist nicht gut genug.
  • Ich will ein individuelles Design, aber ich bin kein Designer.
  • WordPress find’ ich doof, ich will mir mein eigenes Content Management System bauen!
  • Hab ich eigentlich was zu sagen?
  • Was, wenn mir nichts mehr einfällt?
  • Was werden Leute über mich denken?
  • Wie werde ich mit den Reaktionen der Leute klarkommen?
  • Was, wenn es gar keine Reaktionen gibt?
  • Ich bin langweilig.

Langer Rede kurzer Sinn: Vor ein paar Tagen bin ich auf das Manifest “The Fucks and How We Give Them” gestoßen (bitte lesen, ich warte so lange), und weil ich auch nicht jünger werde:

Hallo! Mein Name ist Jérôme, willkommen in meinem neuen Journal.

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